Die Geschichte der Wilhelm(y)-Orgel
in der Liebfrauenkirche Elmlohe

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Im Dezember 1930 schließt die Kirchengemeinde einen Pflegevertrag mit Furtwängler und Hammer. In einem Kostenvoranschlag der Firma aus dem Januar 1931 für verschiedene Maßnahmen lautet nun das zusammenfassende Urteil: "Die Orgel ist in einem sehr schlechten Zustand." Daraufhin erfolgt im selben Jahr eine groß angelegte Instandsetzung. Die Orgel wird zerlegt, gesäubert und überarbeitet (besonders die Klangeigenschaften der Pfeifen). Dabei bleibt jedoch der einzige größere Eingriff der Einbau eines elektrischen Gebläses. Bis dahin wurde der Wind für die Orgel durch Muskelkraft ("Bälgetreter") erzeugt.

Ab 1937 übernimmt Furtwängler und Hammer die jährliche Stimmung der Orgel. Aber unter den Einwirkungen des Krieges sind entsprechende Arbeiten kaum noch möglich. Die Orgel gerät in einen dementsprechend schlechten Zustand. Immerhin aber ist ihre Schutzwürdigkeit seit 1926 erkannt. So entgehen die Metallpfeifen dem Schicksal, in den . letzten Kriegsjahren an die "Reichsstelle für Eisen und Metalle" abgeliefert und für Kriegszwecke eingeschmolzen zu werden.. In dem entsprechenden "Meldebogen für Orgeln" der Reichsstelle von 1944 heißt es: "älteres, erst später nach Elmlohe überführtes Werk, dessen Wiederherstellung im ursprünglichen Zustande sich lohnt."

Am 18. Februar 1953 untersuchte der damalige Orgelrevisor und Kirchenmusikdirektor Alfred Hoppe aus Verden die Elmloher Orgel. Die Aufstellung der Stimmen (= "Register") der Orgel, die er macht, ist noch identisch mit dem Kostenvoranschlag Wilhelms von 1842. Hoppe bezeichnet den Zustand der Orgel als "stark verbraucht". Er empfiehlt eine gründliche Überholung, wobei auch das Klappern der Mechanik im Inneren der Orgel beseitigt werden soll. Gleichzeitig empfiehlt er einen ersten, entscheidenden Eingriff in eines der Register: Die Mixtur, die bei lautem Spiel der Orgel ihren scharfen Klang gibt, soll verstärkt werden). Hoppe empfiehlt, mit diesen Arbeiten die Firma Ott zu beauftragen, die seit 1951 auch die Jährliche Pflege der Orgel übernommen hatte.

Im August 1953 wendet sich Hoppe noch einmal an den Kirchenvorstand mit Plänen, die weit über eine Wiederherstellung der Orgel hinausgehen. Von ursprünglich 18 Registern der Orgel sollen vier verändert, drei entfernt oder ersetzt und zwei zusätzlich eingebaut werden – ein tiefer Eingriff in die historische Substanz der Orgel!

Diese Änderungen entsprechen dem Klangideal für Orgeln in den 50er Jahren. Orgeln, so war damals die verbreitete Meinung auch der Fachleute, seien nur dann akzeptabel und schützenswert, wenn sie klangen, wie die erhaltenen Orgeln aus der Zeit Johann Sebastian Bachs. Das Ideal war also die Barock-Orgel - wobei noch manches zu einem überscharfen Klang hin übertrieben wurde. Wilhelms Orgelwerk in Elmlohe entsprach mit seinen weichen Registern diesem Klangideal nicht und sollte daran angepasst werden.

 

 

Zwischen 1930 und 1950: Ein neues Klangideal ensteht


Briefkopf der Firma Furtwängler und Hammer (1930)
(Pfarrarchiv Elmlohe)

Die Orgel wird gebaut ... <<<

 

 

>>> Umbau trotz Denkmalschutz

                    © Text und Bilder : D. Woltmann (1992 - 2006 Pastor in Elmlohe)

 

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