Die Geschichte der Wilhelm(y)-Orgel
in der Liebfrauenkirche Elmlohe

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Mitten hinein in diese Überlegungen kam ein Schreiben des Landeskirchenamtes in Hannover, das die Elmloher Orgel am 6. Januar 1954 unter Denkmalschutz stellte. Damit schienen die grundsätzlichen Veränderungen, wie Hoppe sie plante, nicht mehr möglich zu sein. Dennoch erfolgte am 30. Juni 1954 ein Kostenvoranschlag der Firma Ott über 4.650,-- DM, der dem Plan Hoppes entsprach. Aber am 20. Oktober verweigerte tatsächlich das Landeskirchenamt auf Grund der Denkmalschutzbestimmungen seine Zustimmung.

A. Hoppe gibt sich damit jedoch nicht zufrieden. Er richtet am 7. November 1954 erneut ein Schreiben an das Landeskirchenamt, in dem er an seinen Plänen festhält. Er versucht, die Denkmalschutzbestimmungen zu untertaufen, indem er nur den Prospekt der Orgel (= die von der Kirche aus sichtbaren Pfeifen und die geschnitzten Gehäuseteile) und zwei Register (Fagott und Trompete) als schätzenswert bezeichnet. Nur diese Teile der Orgel entsprächen dem barocken Ideal, alles andere sei ganz im 19. Jahrhundert befangen und nicht schützenswert. Hoppe stellt daher fest. die Orgel bilde "keine klangliche Einheit". Er weist darauf hin, dass die Orgel ja zunächst für eine andere Kirche gebaut worden sei, aber ja offensichtlich schon damals "wegen ihres klanglichen Doppelgesichts" nicht befriedigen konnte. Hoppe schließt:

"Wenn damit auch zugegeben wird, dass an der Orgel in Elmlohe die Entwicklung zur Romantik deutlich spürbar ist, die Orgel also einen Übergangstyp darstellt, sollte dennoch durch den Denkmalschutz der vorliegende Typ geradlinig zu jenem Orgelbild zurück- bzw. hingeführt werden, der damals wie jetzt ideal war und ist."

Tatsächlich erreicht Hoppe daraufhin die Zustimmung des Landeskirchenamtes, das seinen Argumenten folgt und nun nur noch die von ihm angegeben Teile der Orgel unter Denkmalschutz gestellt sieht!

Nachdem im August 1955 das Landeskirchenamt einen Zuschuß der Landeskirche zu den Kosten in Höhe von 3.000,- DM zusagt, beginnt die Fma. Ott mit ihren Arbeiten. Am 1. Juni 1956 gibt A. Hoppe nach ihrer Beendigung seinen Abschlußbericht über die instandgesetzte Orgel. Sein Urteil bleibt zunächst unbefriedigend, da er etliche Mängel bei der Ausführung seiner Pläne zu beanstanden hat. Erst nachdem die Fma. Ott im Sommer 1956 noch einmal nachgebessert hatte, empfiehlt er schließlich im September 1956 die Abnahme der Arbeiten.

Nach diesen Umgestaltungen wurde die Fma. Ott 1964 mit weiteren Arbeiten beauftragt. Dabei wurden nun nicht nur weitere Veränderungen am Pfeifenwerk, sondern auch Veränderungen an wesentlichen Bau- und mechanischen Funktionsteilen der Orgelanlage Wilhelms vorgenommen. U.a. wurden die originalen Bälge, die die Orgel mit Luft versorgen, durch eine neue Windanlage ersetzt; eine neue Pedalklaviatur (= Tasten, die mit den Füßen gespielt werden) wurde eingebaut; Teile des Gehäuses (Seiten-, Rückwände und Böden) wurden aus minderwertigen Hölzern ergänzt; die Orgel wurde insgesamt um 40 cm zur Brüstung vorgezogen, um Platz für die neue Treppe zu schaffen.

 

 

Umbau trotz Denkmalschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Briefkopf der Firma Ott (1954)
(Pfarrarchiv Elmlolhe)

Der Beschluss zur Restaurierung

 

In den 70er Jahren wird es wieder ruhiger um die Orgel. Trotz regelmäßiger Pflege gerät die Orgel in einen immer schlechteren Zustand. Ihre technische Funktion und ihre Klangmöglichkeiten werden immer mehr eingeschränkt durch einen schleichenden Verfall. Daraufhin beginnen Überlegungen, wie dies aufzuhalten sei.

Im Oktober 1984 besichtigt erstmals der amtierende Orgelsachverständige der Landeskirche, Herr Uwe Droszella aus Hannover die Orgel. Anfang 1985 arbeitet der Kirchenkreismusiker Ingo Duwensee aus Dorum einen "Dreistufenplan" zur Wiederinstandsetzung der Orgel aus. der in drei Schritten von dringendsten Reparaturen zur grundlegenden Restaurierung führt.

Am 13. Mai 1986 beschließt der Kirchenvorstand unter dem Vorsitz von Pastor R. Sander: Die Orgel soll "durch eine grundlegende Restaurierung technisch u. klanglich in den seinerzeit vom Orgelbauer angestrebten Gebrauchszustand versetzt werden. Begründung: Dispositionelle Veränderungen [d.h. Austausch von Pfeifen u.a. Eingriffe am Pfeifenwerk; Anm. des Verf.], technische Mängel u. Verschleißerscheinungen haben die Orgel soweit geschädigt, dass sie sich in keinem guten Gebrauchszustand befindet." Im Juni 1986 folgt ein Antrag beim Landeskirchenamt um finanzielle Unterstützung bei der Durchführung der Restaurierung. Das Landeskirchenamt setzt daraufhin noch im selben Monat einen Sachverständigenausschuß ein. Zu ihm gehören der Orgelsachverständige U. Droszella als Vorsitzender und der Orgelrevisor des Sprengels Stade, Albrecht Ubbelohde aus Bülkau, der schon seit den 70er Jahren die Elmloher Orgel begleitet.

In der Kirchengemeinde beginnen nun verschiedene Aktionen und Spendenaufrufe, um den finanziellen Eigenanteil der Gemeinde an der Restaurierung aufzubringen. Bis Dezember 1989 kommen bereits über 50.000,-- DM zusammen.

 

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                    © Text und Bilder : D. Woltmann (1992 - 2006 Pastor in Elmlohe)

 

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