Gottesdienst Zeitgleich und Zuhause

Palmsonntag

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die
an ihn glauben, das ewige Leben haben.
(Johannes 3, 14b. 15)

Am Anfang, ganz am Anfang, als alles noch dunkel war, sprach Gott:
Es werde Licht. Und es ward Licht.
(Eine Kerze kann angezündet werden)
Am Anfang, als alles noch still war, war das Wort bei Gott. Und Gott war das Wort.
(Eine Bibel kann geöffnet hingelegt werden)
Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn.
Er kam zu uns. Er wurde Mensch wie wir.
(Ein Kreuz kann hingelegt werden)
Wir versammeln um Gottes Licht, sein Wort, sein Kreuz.

Psalm 69
Erhöre mich, HERR,
denn deine Güte ist tröstlich;
wende dich zu mir nach deiner großen
Barmherzigkeit und verbirg dein Angesicht
nicht vor deinem Knecht, denn mir ist angst;
erhöre mich eilends.
Ich aber bin elend und voller Schmerzen.
Gott, deine Hilfe schütze mich!
Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied
und will ihn hoch ehren mit Dank.
Die Elenden sehen es und freuen sich.
Die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf!
Ich will meinen Brüdern und Schwestern von
deinem Namen erzählen. Im Kreis der Gemeinde
will ich dich loben.

Gebet
Gott, wir danken dir, weil wir zu dir und zueinander gehören. Wir danken dir für die Zeichen der Liebe und Verbundenheit, für die freundlichen Worte, die uns erreichen. Und wir danken dir für dein Wort, unser Gott.
Wir erleben es: Du gehst mit uns durch diese Zeit. Heute, in diesen Tagen der Passion, und jeden neuen Tag. Amen
 

Lesung: Johannes 12, 12 – 19

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht
»Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als
Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.


Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,

den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.


Betrachtung
In Uthlede habe ich einen Esel gefunden, Fridolin. Seine Besitzer waren stolz; liebevoll erzählten sie, was für ein schönes Geschöpf ihr Esel sei. Für die Pferde auf der Weide der ruhende Pol, mit feinem Gespür für Futter und für Bedrohung. Zwei Kinder saßen auf Fridolins Rücken. Er machte keinen Mucks. Esel sind die Lieblingstiere Gottes, habe ich gelesen. Mir fällt ein, dass es noch nicht lange her ist, dass Jesus auf einem Esel saß, zusammen mit seiner Mutter Maria, geführt von Josef, als er, gerade geboren, vor den Soldaten des Herodes nach Ägypten fliehen musste. Der Esel rettet Jesus das Leben. Und nun trägt er ihn in den Tod. Der Einzug nach Jerusalem. Eine lärmende Menge kommt zusammen und begrüßt den, den sie für den neuen König halten, der Israel befreien soll, der
Frieden bringt – unerfüllbar sind die Erwartungen. Und es ist ja so, dass Jesus sie enttäuschen wird, und aus dem Hosianna wird schon bald das Kreuzigt ihn! So wankelmütig sind wir Menschen in Zu- und Abneigung. So groß sind unsere Hoffnungen, so klein unser Glaube.
Warum der Esel? Gleichmütig trägt er Gott in die Stadt. Hosianna und Kreuzigt ihn sind keine Kategorien, in denen der Esel denkt und handelt.
Aber, so sagten die Besitzer von Fridolin in Uthlede: Ein Esel ist unbestechlich. (Stur ist das falsche Wort) Er läßt sich nicht abbringen vom richtigen Weg, nicht abbringen von seiner Treue zu denen, die ihm mit
gutem Herzen zugetan sind. Ich denke, dass der Uthleder Esel sich von dem in Jerusalem nicht unterscheidet. Und dass Jesus deshalb auf einen Esel in die Stadt reitet. Jesus weiß, auf wen er sich verlassen kann.
Jürgen Köster

Gebet
Wir halten dir unsere Herzen hin, Jesus Christus,
wir strecken dir unsere Hände entgegen,
legen Palmzweige dir zu Füssen. Wir wollten dir
entgegenkommen und mit dir gehen.
Das täten wir gern, aber wir können nur mit
unseren Herzen zu dir kommen. Nur unsere Gebete
– sie sind alles, was wir haben.
So beten wir heute für die Kranken, für die,
denen keine Medizin mehr helfen kann, für die,
die einsam sterben, für die, die unter der Last
dieser Tage zusammenbrechen. Komm zu ihnen
mit deiner Liebe und heile sie. Wir wollten dir
entgegengehen – komm du zu uns.


Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Der HERR segne dich
und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten
über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir
+
Frieden.
Amen.